Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie

„Seit dem 26.11.2007 ist die Richtlinie über die Bewertung und das Management von Hochwasserrisiken (EG-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie (EG-HWRM-RL)) in Kraft. Das Ziel dieser Richtlinie ist ein grenzübergreifender abgestimmter Hochwasserschutz zur Reduzierung von Hochwasserrisiken in den Flussgebietseinheiten, inklusive der Küstengebiete. Die Umsetzung der EG-HWRM-RL sieht in einem ersten Schritt die vorläufige Bewertung des Hochwasserrisikos bis Ende 2011 vor. Hierdurch werden die Gebiete identifiziert, die ein potentiell signifikantes Hochwasserrisiko aufweisen. Daraus resultierend werden bis Ende 2013 Hochwassergefahrenkarten und Hochwasserrisikokarten erstellt, um die Hochwasserrisiken an den jeweiligen Gewässer- oder Küstenabschnitten zu verdeutlichen.

Die Hochwassergefahrenkarten stellen Überschwemmungsszenarien in Abhängigkeit der Eintrittswahrscheinlichkeit von Hochwasserereignissen dar.

In den Hochwasserrisikokarten sind die potentiell Betroffenen Einwohner, die Art der wirtschaftlichen Tätigkeit in dem betrachteten Gebiet sowie die im Falle der Überschwemmung unbeabsichtigte Umweltverschmutzung anzugeben“ (LSBG 2010: 30).

Gemäß Art. 4 der EG-HWRM-RL sind bei der Bewertung des Hochwasserrisikos folgende Aspekte zu berücksichtigen:

  • Die menschliche Gesundheit
  • Die Umwelt
  • Das Kulturerbe sowie
  • Wirtschaftliche Tätigkeiten (vgl. EC 2007/60: 11-12).

„Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse werden bis Ende 2015 Hochwasserrisikomanagementpläne der jeweiligen Flussgebietseinheiten erarbeitet, die Maßnahmen zur Reduzierung der Hochwasserrisiken aufzeigen. Die EG-HWRM-RL soll ihre Wirkung in enger Verzahnung mit der EG-WRRL entfalten und orientiert sich folglich eng an die zeitlichen und organisatorischen Vorgaben dieser Richtlinie. Der in der EG-WRRL nicht berücksichtigte Hochwasserschutz wird nun mittels der EG-HWRM-RL in die Bewirtschaftungspläne und Maßnahmenprogramme integriert und umgekehrt werden die Bewirtschaftungspläne Bestandteil der Hochwasserrisikomanagementpläne“ (LSBG 2010. 30-31). Die EG-HWRM-RL wurde sowohl in Bundes- als auch in Landesrecht umgesetzt.

Das DIANE-CM Forschungsprojekt leistet für die Umsetzung der EG-HWRM-RL im Einzugsgebiet der Alster einen wichtigen Beitrag. In dem Projekt werden Maßnahmen zur Minderung des Hochwasserrisikos im Einzugsgebiet der Alster durch einen kooperativen computergestützten Prozess entwickelt und bewertet. Die Ergebnisse des DIANE-CM-Projektes sind ein Baustein bei der Erstellung des Hochwasserrisikomanagementplans und der Reuzierung des Hochwasserrisikos im Einzugsgebiet der Alster.

Die Hochwasserrisikomanagementstrategie Hamburgs

„Die Freie und Hansestadt Hamburg verfolgt beim Hochwasserschutz ein Drei-Säulenkonzept, das sich aus folgenden Komponenten zusammensetzt (siehe auch Abbildung 2-1):

  • Vorbeugender Hochwasserschutz
  • Technischer Hochwasserschutz
  • Operativer Hochwasserschutz

The reference is: Abb. 2-1: Drei-Säulenkonzept des Hochwasserschutzes in der Freien und Hansestadt Hamburg (Quelle: LSBG 2010:13)

Der Vorbeugende Hochwasserschutz beinhaltet Maßnahmen, die der Reduzierung von Hochwassergefahren und hierdurch verursachte Schäden dienen. Der natürlicher Wasserrückhalt in der Fläche durch eine gezielte Regenwasserbewirtschaftung und insbesondere die Ausweisung von Überschwemmungsgebieten (Flächenvorsorge) sind hierfür wichtige Grundlagen. Ferner sind die Risikokommunikation, also die Information der Öffentlichkeit über mögliche Hochwassergefahren, wie auch das eigenverantwortliche Handeln der Bevölkerung in potentiell überschwemmungsgefährdeten Gebieten (Risikovorsorge, persönliche Absicherung des Restrisikos) Bestandteile des Vorbeugenden Hochwasserschutzes.

Der Technische Hochwasserschutz hat zum Ziel mittels baulicher Maßnahmen eine Bewirtschaftung der Abflussverhältnisse herbeizuführen, um die Menge und den zeitlichen Verlauf des Hochwassers zu optimieren. Hierzu zählen beispielsweise Rückhaltebecken, hinter Sperrwerken und an tidefreien Gewässern liegende Deiche, Schutzwände bzw. –mauern, naturnaher Gewässerausbau, Beseitigung von Engstellen im Gewässer wie auch die Entsiegelung von Flächen im Einzugsgebiet und an die Hochwassergefahr angepasste Bauweisen von Gebäuden (Bauvorsorge).

Die Aufgabe des Operativen Hochwasserschutzes ist zum einen die Gefahrenabwehr unmittelbar vor sowie während eines Hochwassers. Die Handlungsfelder sind das rechtzeitige Erkennen durch den Wetter- und Hochwassermeldedienst, die Warnung bzw. Alarmierung der an der Hochwasserabwehr beteiligten Akteure auf der Basis verschiedener Alarmstufen sowie die Planung und Durchführung von Maßnahmen zur Abwehr der Hochwassergefahr. Zum anderen gehören der Betrieb, die Unterhaltung und regelmäßige Inspektionen an den Bauwerken und Gewässern sowie Deichschauen zum Operativen Hochwasserschutz“ (LSBG 2010:12).

 
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